Bei allen
Outdoor-Touren gibt es ein paar Dinge für das Erlebnis und das "Überleben" zu
beachten:
Unsere kleine Tipsammlung gibt unsere Meinung wieder und erhebt keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit. Hier ist aber nichts beschrieben, was wir nicht selbst ausprobiert haben. Von daher sind eigentlich nur kleine Pannen zu erwarten. Aber die Tipsammlungen im Internet und das Lesen von Büchern ersetzen nicht das eigene Erleben. Man sollte - wenn eben möglich - jemanden um Rat fragen, der schon einmal eine ähnliche Tour gemacht hat. Noch besser ist es natürlich, wenn die erfahrene Person dabei ist. Dies ist bei Touren, die wirklich gefährlich sind, unabdingbar. Lernen durch Schmerzen bringt nur wenig. Bei einfachen Touren kann so eine Person natürlich zum Oberlehrer mutieren, der den anderen nur noch auf die Nerven geht.
Vorbereitung: Wo erhalte ich außer im Internet brauchbare Infos, oder wie gehe ich erfahreneren Outdoor-Leuten auf den Geist? Wie packe ich es an?
Fortbewegung: Wie schleppe ich meine xxx Kilo Lebendgewicht durchs Dickicht, über Matsch und Geröll, ohne mir gleich den kleinen Zeh zu brechen?
Unterbringung: Wie gestalte ich meinen Aufenthalt tagsüber, nachts, bei gutem und bei schlechtem Wetter? Wo lasse ich meinen Astralkörper?
Raubtiere: Wie schütze ich mich vor den schlimmsten Raubtieren der Welt?
Ernährung: Wie erhalte ich meine o.g. Pfunde bzw. versuche, einfach nur nicht zu verhungern? Was esse ich?
Komfort: Was kann und/oder möchte ich mir leisten? Was gönne ich mir?
Stimmung: Wie beseitige ich notorische Nörgler, die durch mein improvisiertes Essen nicht zu Da-Capo-Rufen verleitet werden? Wie behält man seinen Humor auch nach 10 Tagen Dauerregen bei 5°C?
Notfall: Habe ich oft genug Dr. Quinn, Ärztin aus Leidenschaft, gesehen, um auch einen Blinddarm entfernen zu können? Wie verhalte ich mich im Notfall?
Sonstiges: Alles, was nicht unter die obigen Punkte fällt.
Vor Antritt der Fahrt muß geklärt werden, was und in welcher Region
Schwedens/Skandinaviens gemacht werden soll. Wir beschränken uns im folgenden
auf die
Wanderungen per Pedes und per Kanu.
Wir sind vor unseren ersten Touren
1991 mit dem
Motorrad und 1993 mit einem klapprigen VW-Bus bereits im Rahmen mehrerer
Jugendfreizeiten 1981,
1983 und 1984 auf Schweden aufmerksam geworden. Die Initialzündung zur
Lapplandtour aber
kam über einen Reisebericht eines Bekannten, der ein Dutzend Touren durch
Lappland
absolviert hat und über eine entsprechende Erfahrung verfügt. So motiviert,
trafen
wir uns mit ihm zu einem langen Gespräch mit viel Bier, selbstgemachtem Brot,
jeder Menge
Bildern und vielen Annekdoten. Dies machte uns nicht nur den Mund endgültig
wässrig,
sondern brachte uns wertvolle Tips und reichlich geliehene Ausrüstung (auf
diesem Wege:
Danke, Hartmut).
Da er selber aber aus verschiedenen Gründen nicht mehr
fahren wollte,
waren wir auf uns allein gestellt. Wie man sieht, geht auch das sehr gut,
wenn man den gesunden
Menschenverstand einschaltet:
Das Schlimmste:
Das zu tragende
Gewicht
Zu
Fuß ist das zu tragende Gewicht der limitierende Faktor. Als Faustregel gilt,
daß
keine Faustregel gilt. Die oft gelesenen Gewichtsempfehlungen sind mit
Vorsicht zu
genießen, da es total auf das persönliche Empfinden und den Tragekomfort des
Rucksackes ankommt. Da heißt es etwa: 25-30 Prozent des eigenen
Körpergewichtes,
max. aber 30 kg. Für einen durchtrainierten, aber empfindlichen (weil daran
nicht
gewöhnten Menschen) von 100 kg können schon 15 zu viel sein. Für andere
Menschen
gilt, daß sie erst bei 50 % und mehr ihres eigenen Gewichtes an ihre Grenzen
kommen.
Empfehlung: Jeden Teilnehmer einen Rucksack bis zur selbst erachteten Grenze
packen lassen.
Eine gesunde Selbsteinschätzung (realistisch bleiben: mit 10 kg kommt man
noch nicht
einmal bis Hamburg) ist auch für die Tour von großer Bedeutung. Mit diesem
Gewicht
(z.B. eine entsprechende Anzahl Gefrierbeutel mit Wasser), zumindest den
Anfängern, besser
mit allen Teilnehmern und den geliehenen oder besser eigenen Rucksäcken und
dem
entsprechenden Schuhwerk 20 Kilometer am Stück (nicht wesentlich weniger)
laufen. Falls
das Gewicht zu groß ist, einfach unterwegs einen Beutel nach dem anderen
leeren. Nach der
Tour beurteilen, ob dieses Gewicht zumutbar ist, oder nicht, dann auf die
Waage stellen. Darauf
kann man noch einmal 10 % aufschlagen, da zum einen ein Gewöhnungseffekt
und zum anderen
eine stete Erleichterung durch Verbrauch der Lebensmittel eintritt. Wer keine
Probleme hatte,
sollte die nächsten zwei Tage noch abwarten und sich dann erst für ein Gewicht
entscheiden. Anschließend geht man vom Schwächsten in der Gruppe aus, um die
maximale Reichweite der Tour festzulegen. Diese errechnet sich aus dem
Maximalgewicht
abzüglich des Fixgewichtes (Zelt, Isomatte, Schlafsack, Rucksack, Klamotten
etc.) =
variables, in diesem Fall stetig abnehmendes Gewicht. Dies kann mit
Lebensmitteln und sonstigen
Verbrauchsmaterialien aufgefüllt werden. Ausrechnen, was pro Tag bei der
gewählten
Verpflegung abgezogen werden kann. Variables Gewicht dadurch teilen: dies ist
die max.
Reichweite in Tagen. Davon sollten noch zwei Tage Reserve (mindestens) für
unvorhergesehene Ereignisse - Notfall; Verlaufen; Umweg; Bocklosigkeit;
schöne Landschaft,
die zum Verweilen einlädt - abgezogen werden. Pro Tag sollte man dann je nach
Geländeverhältnissen der Strecke einen realistischen Wert, d.h. deutlich
unter 20 km
annehmen. Man ist auch einfach nicht immer gut drauf.
Beispiel:
Maximalgewicht 22 kg,
Fixgewicht: 14 kg = variables Gewicht von 8 kg. Bei einem Verbrauch von 500 g
pro Tag ergibt
sich eine theoretische Reichweite von 16 Tagen. Abzüglich dreier Reservetage
bleiben 13
Tage Wanderzeit. Multipliziert mit 15 km pro Tag ergeben sich 195 km. Dies
ist natürlich
nicht sklavisch ernst zu nehmen, also bitte erst denken, dann festlegen.
Im Kanu
gestaltet sich die Sache ähnlich, aber etwas großzügiger. Da der weitaus
größte Teil der Strecke im Boot selbst zurückgelegt wird, muß man die
Ausrüstung natürlich nur selten tragen. Selten bedeutet: Zum gewählten
Verkehrsmittel der Anreise und auf allen Strecken, in denen das Boot
geschoben oder sonstwie
übers Land transportiert werden muß. Das kann bei längeren Strecken, selbst
wenn das Kanu auf dem Wagen geschoben werden kann, ziemlich ätzend sein. Auch
Ausräumen der Einzelteile aus dem Kanu während des Schiebens ist nicht
unbedingt
spitze, wenn man die Umtragestrecke fünfmal laufen muß. Wir knausern nicht bei
Lebensmitteln, großen Zelten etc. Aber bei Gegenständen, die nicht unbedingt
sein
müssen. Bei unserer Ankunft im Kanu-Center von Lillsjöhögen nach unserer Tour
trafen wir eine Familie mit zwei Teenagern, die allen Ernstes Kühltasche,
Ghettoblaster
und sonst noch was mit ins Kanu nehmen wollte. Mehr dazu vielleicht unter dem
Stichwort
"Komfort". Auch hier gilt also: weniger ist mehr, solange es keine
wesentlichen
Ausrüstungsgegenstände sind.
Reine Verhandlungssache:
Die
Gewichtsverteilung
Jede Gruppe sollte aus Kapazitätsgründen
verschiedene
Dinge gemeinsam nutzen: Zelt, Kochgeschirr, Grundnahrungsmittel etc. Es wäre
Verschwendung
wertvoller Resourcen, dies nicht zu tun. Man kann statt mehrerer Kocher zum
Beispiel lieber
richtigen Zucker statt Süßstoff einpacken. Oder noch ein paar leckere
Extrasuppen
und und und...
Dies bedeutet allerdings, daß das Gewicht so verteilt
werden
muß, daß alle Teilnehmer sowohl Fix- als auch variables Gewicht zu
entsprechenden
Anteilen tragen. Natürlich kann man sich einigen, daß die schwächste Person
keinerlei Lebensmittel trägt (außer den eigenen Schoki-, Müsliriegel- und
sonstigen Knabbervorräten), um überhaupt mitwandern zu können. Wie gesagt,
reine Verhandlungssache. Im Kanu ist auch ein großer Unterschied nur dann
wirklich
spürbar, wenn das Kanu umgetragen bzw. geschoben werden muß
Was brauche
ich?:
Das notwendige Gewicht
Beginnen sollte man mit der
absolut notwendigen
Ausrüstung.
Ausrüstung für drei Personen
Gruppe
| Spülmittel (in kleines Fläschchen füllen) | Wassersack |
| schweres Messer | Signalgerät |
| Karten 2x | Brenner |
| Kompaß | Schneebesen |
| Schöpfkelle | Spülschwamm |
| Alufolie | Photoapparat |
| Pfeife | Nähzeug |
| Schreibzeug | Medikamente (Antibiotika, Schmerztabletten stark, Kopfschmerztabletten) |
| Benzin oder Brennstoff | Rettungsplane |
| Reepschnur 10 m | Schnur 30 m |
| Außenzelt | Innenzelt |
| Zeltstangen | Töpfe |
| Reparaturbeutel | |
| Einzelperson | |
| Regen-Poncho (Bundeswehr) | dicke Socken 2-3 Paar |
| dünne Socken (Seidensocken) 3 Paar | Stiefelsocken (manche mögen das nicht) |
| leichte Turnschuhe oder Trekking-Sandalen | Schlafsack |
| Isomatte | Rucksack |
| Anorak mit Kapuze | Gummistiefel oder Wanderschuhe |
| Toilettenpapier 1 Rolle | Uhr |
| Mütze oder Hut (wichtig bei Regen) | Wasserdichte Beutel (Gefrierbeutel) |
| Mückennetz | Plastiktüten |
| Halstuch | Müllbeutel |
| Handschuhe | Eß-/Trinkbecher |
| Helly Hansen- Shirts (trocknen schnell) | Löffel (reicht, da eh alles eintopfmäßig) |
| Unterhosen | Sonnenbrille |
| Oberhemd (dicht gewebte Baumwolle) | Einwegfeuerzeug |
| Lange Unterhose | Fleece-Pullover (möglichst zwei) |
| Karabinerhaken | Brustbeutel |
| Lange Hose 2x (am besten G1000 o.ä.) | Gesichtscreme oder Sonnencreme |
| Zahnbürste/Zahnpasta (Reisegröße) |
Dazu kommt das absolute Minimum an Lebensmitteln, Liste unter Ernährung:.
Den Rest kann
man dann nach Belieben in Extraausrüstung und/oder Lebensmittel investieren.
Siehe hierzu
auch "Komfort".
Was brauche ich noch?:
Körperliche und geistige
Voraussetzungen
Die körperlichen und geistigen Voraussetzungen der
Teilnehmer sind
durch die ersten o.g. Erfahrungen schon auf die Probe gestellt. Man muß kein
Hochleistungssportler sein, muß aber eine gewisse Kondition mitbringen.
Darüberhinaus sollte man sich ehrlich fragen, ob man soundsoviel Tage mit
diesem Gewicht
und den restlichen Belastungen leben möchte. Wer Angst vor dem Dreckigwerden,
dem Kontakt
mit zwei,- vier-, sechs- und achtbeinigen Tierchen, dem Frieren, dem
"Völligerschöpftsein" etc. hat, sollte lieber nach Mallorca fliegen. Wer den
Willen
hat, seine Ängste bei einer solchen Tour in den Griff zu kriegen, ist gut
gerüstet,
aber nicht unbedingt gut genug. Wenn dann doch jemand 100 km entfernt von der
Zivilisation
einen Koller bekommt, weil er in seinem Schlafsack eine Mücke gefunden hat,
zwingt er alle
zum Aufgeben, zum Abbrechen der Tour, was nicht so ganz einfach ist. Es gibt
keine S-Bahn, kein
Taxi, kein Hotel. Also alles noch einmal gut überdenken und sich dann
endgültig
entscheiden. Andererseits sollte man sich darüber klar werden, wieviel einem
ein solch
intensiver Kontakt mit der Natur wert ist. Fällt die Wertschätzung sehr hoch
aus,
wird man alle Aufgaben und Strapazen bewältigen und zumindest hinterher
genießen.
Anreise:
Wie komme ich an den Ausgangspunkt meiner Exkursion?
Für
uns kamen aus verschiedenen Gründen nur das Auto oder die Bahn in Betracht.
Das Auto ist
bei Verwendung eigener Kanus sicher die Beste oder sogar einzig mögliche
Methode. Beim
Leihen und beim Wandern sollte man besser mit der Bahn fahren. Dies ist zwar
relativ teuer, hat
aber verschiedene Vorteile:
Da
die Outdoor-Aktivitäten nicht unbedingt weitab jeglicher Zivilisation
und/oder im
unwegsamen Gelände stattfinden müssen, sind verschiedene Möglichkeiten
gegeben:
Zu Fuß, zu Pferd, mit dem Kanu, mit dem Mountainbike, mit dem Motorrad, mit
dem Auto etc.
Ja, all dies ist für echte Outdoor-Puristen vielleicht ziemlicher
Unsinn, aber
durchaus möglich, wenn man von der Übersetzung des Wortes
"Outdoor" =
draussen ausgeht. Der Kontakt zur Natur ist natürlich je nach gewählter
Methode
unterschiedlich intensiv. Ausprobiert haben wir bisher nur die Möglichkeiten
des Wanderns,
des Kanufahrens, des Motorradfahrens und eine Tour mit einem VW-Bus mit
kombinierten
Wanderungen etc. Die Outdoor-Erlebnisse per Auto oder Motorrad beschränken
sich - da man
meistens querfeldein glücklicherweise nur unmotorisiert touren kann - auf
gelegentliche
Ausflüge abseits der Straße. Aber zum Reinschnuppern haben uns zwei solcher
Touren
viel gebracht. Überall in Schweden gibt es Möglichkeiten, auch mehrere Tage
unter
Outdoor-Bedingungen zu Wandern. Wer sich also nicht sofort ganz hineinstürzen
will, kann
kurze Trips vom Auto, Campingplatz, Ferienhaus etc. durchführen und sehen, ob
es das
Richtige ist. Dabei hat man natürlich jederzeit die Möglichkeit, die Sache
abzubrechen, was z.B. mitten im Padjelanta sehr schwierig bzw. kostspielig
ist.
Bei einer
vollwertigen Tour gibt es natürlich ebenfalls mehrere Möglichkeiten: zu Fuß,
mit dem Kanu, mit dem Pferd, mit dem Mountainbike und bei einer Wintertour
mit Skiern und/oder
Hunde/Motorschlitten. Wie schon erwähnt, haben wir nur Erfahrungen mit den
beiden
Erstgenannten. Bei unseren kleinen Wanderungen in Süd- und Mittelschweden
haben sich
vernünftige Wanderschuhe oder zumindest gutes, festes Schuhwerk bewährt,
welches den Fuß
ausreichend abstützt. In Lappland aber sollte man zumindest Gummistiefel
dabeihaben,
da das Gebiet eigentlich meist einem modellierten See entspricht und massige
Wanderschuhe
in dieser Feuchtigkeit kaum noch zu trocknen sind.
Nichts ist unangenehmer, als beim Start schon in einen nassen Schuh zu
steigen. In Lappland
taut der Boden im Sommer nie mehr als etwa ein bis zwei Meter tief auf.
Desweiteren ist die
Erdschicht auf dem felsigen Untergrund sehr dünn. Dies sorgt dafür, daß das
Schmelz- und Regenwasser
nicht in den Untergrund versickert, sondern als eine riesige Pfütze an der
Oberfläche
bleibt. Der Vorteil ist, daß es an jeder Stelle fließendes Wasser gibt. Der
Nachteil, daß man
permanent mit den Füßen darin herumstapft. Über den Tip mit den Gummistiefeln
haben wir auch zuerst
gelacht, uns aber dann doch überzeugen lassen. Und das war auch sehr gut so.
Es gab keine
Probleme mit nassen Schuhen. Das Futter der Stiefel wird zwar auch naß, aber
es trocknet
sehr schnell wieder, da es sehr dünn ist. Die Socken und Roßhaareinlagen
kann man gut am
Feuer trocknen und so morgens mit trockenen Füßen starten. Bei unserer
Wanderung hatten
wir allerdings weite Strecken mit sehr trockenem Boden, z.B. felsige
Untergründe oder am Anfang der Tour die
Holzbohlen, so daß man große Stecken in vernünftigem Schuhwerk hätte
zurücklegen können. Wir
werden bei unserer nächsten Tour zumindest einmal leichte Trekkingschuhe
mitnehmen, die ebenfalls
schnell trocknen und daher als Ersatz für die Wat-Turnschuhe dienen können,
außerdem auf
trockenem Untergrund ein bequemeres Gehen ermöglichen. An feuchten Stellen
oder bei Dauerregen
greift man dann auf die Gummistiefel zurück. Bitte keine 9,80 DM
Kaufhaus-Plastik-Stiefel
benutzen, sondern auf ein Markenfabrikat aus Naturkautschuk mit Fußbett
zurückgreifen. Vor
Blasenbildung ist man durch die ständig wechselnde, d.h. niemals
gleichförmige Schrittfolge
bestens geschützt.
Beim Kanufahren sollte man für alle Eventualitäten gerüstet sein. D.h. für
warmes wie für kaltes
Wetter und für Regen. Bewährt haben sich leichte Trekkingschuhe ebenso wie
schwere Wanderschuhe bei
kühlerem Wetter und beim Umtragen. Bei Wärme am besten einfache Schlappen
oder Trekkingsandalen, bei
vielen Mücken mit dicken, mückenfesten Wandersocken den Fuß schützen. Auch
bei Dauerregen und Wärme
kann man gut nur mit Schlappen fahren. Die Füße sind schnell abgetrocknet,
die Schuhe bleiben
wasserdicht verpackt in der Tonne.
Für langes Paddeln, insbesondere mit nassen Händen, haben sich
Radfahrerhandschuhe sehr gut bewährt,
um Schwielen und Blasen zu vermeiden.
Bei der Padjelanta-Tour hatten wir die Wahl zwischen Zelt- oder
Hüttenwanderung. Mehr dazu gibt es bei
den Padjelantatips. Bei der Kanutour wäre eine Tour mit Unterbringung in
festen Häusern sehr schwierig,
da es dort außer den Windschutzbauten keine Hütten gibt. Man hätte vielleicht
in den Dörfern übernachten
können, aber dies wäre aus verschiedenen Gründen planungstechnisch sehr
unpraktisch gewesen. So entschieden
wir uns immer für ein Zelt. Aber das ist Geschmackssache und zumindest im
Padjelanta auch anders zu lösen.
Das Zelt sollte genug Platz für die vorgesehene Anzahl der Personen, für die
Ausrüstung und - in Notfällen -
auch zum Kochen bieten. Wir haben unser(e) Zelt(e) immer etwas größer
ausgelegt. Bei einem stabilen,
sturmsicheren Gestänge macht ein halber Meter mehr Zeltplane nicht viel mehr
an Gewicht aus. Außerdem läßt sich an anderer
Stelle wieder Gewicht einsparen. Konkret bedeutete dies für uns: ein
Vier-Personen-Zelt für drei Personen, beim
Paddeln sogar zwei Vier-Personen-Zelte für zweimal zwei Personen. Man kann
sich so im Zelt gut aufhalten, was
bei Dauerregen nötig ist. Außerdem kann der Rucksack mit der Ausrüstung ins
Zelt, d.h. auf einen
undurchlässigen Zeltboden gelegt werden, etwa beim Aus- und Einpacken, beim
Umziehen oder beim Zusammensuchen
der Lebensmittel zum Kochen. Zum Schlafen kann der Rucksack dann in eine
stabile Plastiktüte verpackt und
in eine Abside des Zeltes gelegt werden. Dies ist für Survival-Freaks sicher
übertrieben, bringt aber unserer
Meinung nach mehr Nutzen als Mehrgewicht. Man denke an Wetterverhältnisse,
die ein Weiterkommen unmöglich
machen und durchaus mehrere Tage anhalten können.
Das Zelt sollte eine möglichst flache Bauform haben, wenn man in
sturmgefährdetes Gebiet kommt, also Kuppel- oder Tunnelzelt. Der Wind kann
auf den baumlosen Hochebenen (Fjäll) eine ziemlich zeltmordende Stärke
erreichen. Das Gestänge sollte
möglichst aus Aluminium sein, da es leichter als Fiberglas und bruchfester
ist. Außerdem altert es nicht so schnell. Nach dem starken Sturm
im Padjelanta mit Böen bis zu 120 km/h ohne den geringsten Schutz durch Bäume
war das Gestänge unseres Zeltes
zwar leicht gebogen, aber nicht verbogen oder gebrochen. In Gegenden mit viel
Wald kann auch eine hohe
Bauform gewählt werden, da der Wind nicht die Intensität erreicht und das
Zelt sehr gut an Bäumen
abgespannt werden kann. Wichtig sind genug Abspannmöglichkeiten (auf stabile,
reißfeste Verankerung am Zelt achten) und ausreichend langes Spannseil, damit
die Häringe nicht aus dem Boden gezogen werden können bzw. das Zelt einfach an Bäume
gebunden werden kann. Lieber jeden Abend ein paar Abspannmöglichkeiten mehr
anbringen und straff spannen, dann
gibt es in der Nacht keine Überraschungen. Das Außenzelt sollte eine hohe
Reißfestigkeit und sehr gute
Reißverschlüsse besitzen (z.B. YKK). Zu den hohen Belastungen durch Wind kann
auch noch eine
dicke Schneedecke kommen, die sich bei sehr frühem oder sehr spätem
Wandertermin durchaus über Nacht
auf dem Zelt bilden kann. Auch Lüftungsmöglichkeiten sind wichtig. Eingebaute
Zwangsbelüftung,
die bei kalten Temperaturen geschlosssen werden kann, verringert Nässebildung
durch Kondensation. Bei unserem
Tunnelzelt können beide Absiden auf mehrer Arten und mit unterschiedlicher
Öffnung zur Lüftung beitragen.
Dies ist auch interessant, wenn es nach dem Lapplandabenteuer noch einige
Zeit zum Erholen in wärmere Gefilde
gehen soll.
Das Innenzelt sollte einen stabilen und wasserdichten Boden besitzen,
welcher ausreichend
weit hochgezogen sein sollte, um auch notfalls in einer Pfütze zu schlafen.
Zur Zeit sind 10000 mm Wassersäule
das Standardmaß für die Wasserundurchlässigkeit, aber weniger genügt meist
auch. Das Hauptproblem ist die
Feuchtigkeit, die durch Kondensation der eigenen Ausdünstungen (insbesondere
beim Kochen)an den kälteren
Zeltwänden und am Zeltboden entsteht und läßt sich nur minimieren, nicht aber
ganz verhindern. Die Zeltwände des Innenzeltes sollten eine
Restdurchlässigkeit haben,
um die Kondensation auf die Außenwände zu Verlagern. Der Zeltboden wird immer
feucht werden, wenn die
Umgebungsbedingungen kalt sind. Dadurch werden natürlich auch Isomatte und
Schlafsck durchfeuchtet und sollten daher - wenn möglich - vor dem Verpacken
getrocknet werden. Dies kann gut während des ausgedehnten Frühstücks
erfolgen. Bei Dauerregen und ohne Möglichkeit zum Trocknen sollten Matten und
Zeltboden mit einem Tuch zumindest trocken gewischt werden. Diese Maßnahme
sorgt nicht nur für erhebliche längere Haltbarkeit der Ausrüstung, sondern
auch für ein weniger duftendes Zeltklima. Beim Innenzelt sollte man der
Mückengaze besondere Beachtung schenken. Sowohl in Lappland, als auch in
Jämtland sind uns außer den gewöhnlichen Stechmücken auch noch besonders
kleine und daher besonders widerliche Blutsauger begegnet. Die Maschenweite
unserer Mückennetze für den Kopf war zu groß und die kleinen Biester konnten
sich schamlos an uns gütlich tun. Zum Thema Mücken gibt es später noch ein
Kapitel. Glücklicherweise waren unsere Zelte mit genügender kleiner, d.h.
weniger als einen Millimeter Maschenweite messenden Gaze ausgestattet, so daß
wir im Zelt vor den Plagegeistern sicher waren (Es sei denn, jemand muß mal
nachts raus und macht den Reißverschluß nicht zu: Was für ein Gemetzel...).
Nächtigen kann man am besten auf einer Iso- oder speziellen Luftmatraze.
Die üblichen Badematrazen sind nicht geeignet. Zum einer sind sie viel zu
schwer, zum anderen isolieren sie auf kaltem Boden kaum, da sie keine
Struktur haben, die Wärmekonvektion verhindert bzw. erschwert. Die Matraze
sollte daher ein geschäumtes Innenleben haben, wie zum Beispiel die
selbstaufblasenden Lumas oder wie einfache Isomatten, die ganz aus Schaum
bestehen.
Zum Warmhalten kommt aus praktischen Gründen nur ein Schlafsack in die
engere Wahl. Er sollte - zumindest beim Wandern - ein geringes Gewicht und
ein geringes Packmaß besitzen. Gleichzeitig muß er aber auch gute isolierende
Eigenschaften haben. Dies bedeutet in der Praxis also immer einen Kompromiß
zwischen Preis, Gewicht und Einsatzbereich. Sollte man demnächst auch noch
eine Himalaya-Expedition planen, kauft man entweder gleich etwas vernünftiges
oder nimmt zwei verschiedene. Für Schweden im Sommer, d.h. bei
Tagestemperaturen zwischen +5 und +35° Celsius und Nachtemperaturen von -5
bis + 20° Celsius (Norden/Süden) ist ein Komforttemperaturbereich bis - 5° C
also absolut ausreichend. Für empfindliche Personen darf es etwas mehr sein.
Hat man die Absicht, auch mal etwas später im Jahr oder gar im Winter zu
wandern, kauft man sich entweder gleich was passendes, oder wenn es soweit
ist, einen Zweitschlafsack. Man kann jeden Schlafsack, wenn er sich ganz
öffnen, also wie eine Decke benutzen läßt, für höhere Temperaturen nutzen,
umgekehrt aber nur mit entsprechendem Unterzeug. Und dies geht natürlich auf
Kosten der Bequemlichkeit. Zum Schlafen eignen sich fast alle Modelle, die die
entsprechenden Temperaturbereiche einhalten. Achten sollte man auf seine
Größe.
Neben dem Standardmaß gibt es oft kleinere und übergroße Modelle
(Gewichtseinsparung
bzw. ab einer gewissen Körpergröße nötig). Die Diskussion, ob die Füllung aus
Daune oder aus einer Kunsthohlfaser besser ist, ist eher akademisch und nur
für
absolute Extremerlebnisse wichtig. Daune läßt sich immer noch am besten
komprimieren, ohne
dabei auch nach Jahren der Benutzung wesentlich an Isolationswirkung zu
verlieren.
Dies ist bei beschränktem Volumen des Gepäcks und somit bei möglichst kleinem
Packmaß
sehr interessant. Die Gewichtseinsparung ist bei den heutigen
Kunstfaserprodukten kaum
noch nennenswert bzw. wird durch die Mitnahme einer Kompressionssacks für den
Daunenschlafsack wieder ausgeglichen. Das Argument für die Hohlfaser ist
sicherlich die
bessere Isolationswirkung auch in nassem Zustand, etwa wenn der Schlafsack
bei einem
ungeschickten Kanumanöver oder bei einer mißglückten Flußquerung ein Bad
nimmt. Dies
läßt sich allerdings bei einem Daunenschlafsack gut vermeiden, wenn man ihn
wasserdicht
verpackt (etwa durch eine Mülltüte oder einen Gefrierbeutel).
In komprimiertem Zustand (mein Daunenschlafsack erreicht dann gerade mal
doppelten
Salamiumfang) kann sowieso kein Wasser eindringen. Grundsätzlich gilt also:
Einfaches Modell
bis - 5°C Komfortbereich und etwa - 10°C Extrembereich ohne Schnickschnack
reicht völlig aus;
bei wenig Platz wasserdicht verpackte Daune, bei viel Platz entweder Daune
oder Hohlfaser. Es ist
schließlich auch eine Frage des Preises.
Etwas mehr Komfort versprechen zusätzliche Details wie abgedeckte
Reißverschlüsse, Wärmekragen,
versetzte Steppung, Ripstop-Nylon oder vergleichbarer Leichtgewichtsstoff,
koppelbare Reißverschlüsse
und was der Verkäufer im Laden sonst noch so auf Lager hat. Alles eine Frage
der persönlichen
Wertschätzung und des Empfindens (wie auch der Extrembereich beim Schlafsack:
kältempfindliche
Personen sollten lieber ein paar Grad drauflegen). Man kann bei zusätzlichen
Merkmalen eigentlich
nichts falsch machen, höchstens sein Packgewicht und seinen Geldbeutel
strapazieren.
Man flüchtet ja nach Schweden, um die Landschaft und die Einsamkeit zu
genießen. Ergo möchte man
natürlich möglichst viel und lange außerhalb von Zelt und Schlafsack
verbringen. Um dies bei Wind und
Wetter zu ermöglichen, empfiehlt sich als Wind- und Regenschutz, dazu noch
als Sitzunterlage ein
BW-Poncho. Diese Teile sind sehr robust und ungemein praktisch, dazu
gebraucht in entsprechenden
Shops (auf grobe Beschädigungen achten) preiswert zu haben. Zusammen mit den
Wanderstöcken oder
Paddeln ergeben sich mit genügend Leine hervorragende Windschütze.
Zu einem Lager gehört natürlich auch ein Feuer. Dies hat den Zweck, die
nassen Sachen zu trocknen, um Teewasser, Suppe etc. zu kochen, um Brötchen zu
backen und einfach selber warm zu werden. D.h. nicht nur körperlich sondern
auch auch die Seele beim Feuerschein in der Natur wieder aufzurichten. Feuer
darf man in Schweden nach dem Jedermannsrecht fast überall machen. Aber eben
nur fast überall. Das Jedermannsrecht, welches seit Jahrhunderten in ganz
Skandinavien gilt, ist vor allem von deutsche Abenteurern etc. teilweise
schon so mißbraucht worden, daß man öffentlich über Einschränkungen
nachgedacht hat. Zum Thema Jedermannsrecht verweise ich auf aktuelle Quellen
im WWW. So halte man sich insbesondere mit dem Feuer zurück. Man benutze
bereits vorhandene Feuerstellen, lasse immer noch etwas Vorrat in der
Umgebung, Sichere die Feuerstelle mit Steinen ab und feure niemals direkt auf
nacktem Fels. Schließlich sollte man die Zelte weit genug von der Feuerstelle
aufbauen, um Löcher durch Funken zu vermeiden. Wie man Feuer macht, auch bei
strömendem Regen, ist im Paddelbericht vermerkt.
So, daß müßte es zur Unterbringung erst mal sein, näheres steht ja auch noch
in den Reiseberichten.
Ja, es gibt sie in der letzten, noch nicht ganz niedergetrampelten Natur: Raubtiere,
die so schrecklich sind, daß einem die Lust an Schweden doch arg verleidet wird.
Natürlich gibt es auch Bären, Luchse und Vielfraße.
Aber die sind mittlerweile auch dort so selten, daß man sie eigentlich nicht zu Gesicht
bekommt.
Ich meine das schrecklichste, was die Evolution bisher hervorgebracht hat:
Mücken.
Diese gemeinen Blutsauger kennen kein Erbarmen, kein schlechtes Wetter, keinen Schlaf.
In Nordschweden und ganz besonders in Lappland ist die Mückendichte extrem hoch. Dies
ist kein Gerücht, es stimmt wirklich. Aber man kann sich davor schützen und sich daran gewöhnen.
Die Mücken fahren auf Wärme ab. Dies bedeutet, daß in der Region alle Ziele angeflogen werden,
die wärmer als die Umgebung sind. Wenn die Ziele dann auch noch CO2 ausstoßen,
versuchen die Biester auch noch zu stechen. Es gibt verschiedene Arten von Mücken, in Lappland
bzw. Nordschweden begegneten uns die bekannten Stechmücken und die weniger bekannten
Kriebelmücken, die sehr viel kleiner und sehr viel unangenehmer sind.
Für den Outdoor Liebhaber bedeutet dies:
Wenn man nicht auf Nehbergs Spuren wandern möchte, sollte man seine
Verpflegung mitnehmen. Auch
in Schweden mit seinen unendlichen Seen gibt es manchmal eben keinen Fisch
der blöd genug ist,
sich am Angelhaken der Touristen zu vergreifen. Beim Wandern stört das
Gewicht und Packmaß der Angel mehr,
als es an Fisch bringen kann. Zumindest ging es den meisten so, die wir beim
oder nach dem Touren
getroffen haben. Dazu kommt noch, daß ich kein Fischliebhaber bin und daher
gerne auf den notwendigen
Erwerb einer Angellizenz verzichte (Kontrollen sind zwar in Schweden
unwahrscheinlich, aber so teuer ist
eine Lizenz auch nicht, die Strafen aber schon). Abgesehen davon kann es
nervig sein, wenn man erschöpft und
ausgehungert sein Lager mit letzter Kraft aufgeschlagen hat und sich dann
erst mal drei Stunden an den
nächsten See oder Fluß setzen muß, um ein Abendessen zu fangen. Die Jagd auf
anderes Getier (außer Mücken)
ist in den Parks und Schweden generell verboten (Ausnahmen gibt es natürlich
auch) und dies ist auch
gut so. Aktzeptabel wäre allenfalls eine echte Notlage im Gegensatz zu der
freiwillig produzierten beim
Outdoorleben. Dazu kommt noch, daß man relativ wenig Getier zu sehen bekommt,
da man sich in der Regel
nicht schleichend durch Lappland bzw. Jämtland bewegt.
So bleibt nichts anderes übrig (jedenfalls für uns), als alle Nahrung
mitzunehmen. Dies haben wir in
Lappland zwangsweise, in Jämtland - obwohl "mitten in der Zivilisation" -
freiwillig gemacht, um lange
Einkaufsorgien zu vermeiden. Bei einem durchschnittlichen Kalorienbedarf von
ca. 2300 plus Mehrbedarf von ca. 1200 für die Anstrengungen und die Kälte,
also zusammen 3500, sind wir mit folgender
Lebensmittelliste für drei Personen ausgekommen. Die Liste berücksichtigt
soweit möglich die optimale Zusammensetzung von Eiweiß, Fett und
Kohlenhydraten. Bei anderer Personenzahl bitte wie ein Kochrezept umrechnen.
Lebensmittel für drei Personen insgesamt.
| Erdnüsse (500 g) | Spaghetti (1 kg) |
| Mehl (2,5 kg) | Kakao (1 kg mit Milch und Zucker) |
| Salz (50 - 100g) | Marmelade (400 g) |
| Backpulver (2 -3 Tüten) | Margarine (250 g) |
| Tee (50 Beutel) | Kaffee (min. großes und kl. Glas) |
| Suppe (500 g) | Milchpulver (1,5 bis max. 2 kg) |
| Schokolade (1/2 Tafel / Tag u. Person) wichtig für die kurzen Pausen etwa alle Stunde | Müsli-Riegel (2 pro Tag und Person) |
| Trockennahrung (2 Pakete pro Tag) | Suppennudeln (250 g; direkt mit Suppe mischen) |
| Müsli (mind. 2 kg ) | Zucker (600 g) |
| Vitamintabletten (1 pro Tag und Person) | Salami (2 Stück) |
| Trockenfleisch (2 kg)- kann man aber auch lassen. | Schnaps (1 l pro Person) |
| Lutschbonbons | Kekse |
| Käse (1 Paket) | evtl. Backmischung für Brot |
Im Grunde ist alles, was nicht unbedingt auf einer solchen Tour benötigt wird, unnötiges Gewicht und damit Luxus. Jeder sollte sich - nachdem alles notwendige bereitgestellt, gewogen und auf die einzelnen Teilnehmer verteilt wurde - abschließend selber fragen, was man noch gerne hätte. Man bedenke aber vorher, daß die Schlepperei ziemlich ätzend werden kann. Jeder Gegenstand sollte entweder wirklich unverzichtbar sein, oder für so unverzichtbar gehalten werden, daß auch in der schlimmsten Laune kein böses Wort die Laune trüben kann. Dies bedeutet konkret:
| Unbedingt zu Hause lassen | Mitnahme empfohlen |
|---|---|
| Ghettoblaster, Walkman, Discman sind in der schwedischen Natur absolut überflüssig. Man fährt ja schließlich nicht nach Ibiza. Die Landschaft bietet bleibende Eindrücke und Geräusche anderer Art, die ein Wohlklang für unsere lärmgeschädigten Ohren sind. | Ein größeres Zelt ist unserer Meinung und Erfahrung nach sehr zu empfehlen, wenn auch nicht nötig. Die Gründe dafür sind schon vorher genannt worden. |
| Komplettes Besteck ist Platzverschwendung und wiegt zuviel, auch wenn es ein Campingbesteck ist. Man benötigt zum Essen der Tütennahrung und der Pfannkuchen weder Messer noch Gabel, sondern ausschließlich einen Löffel. Ein scharfes Messer pro Gruppe reicht vollkommen, alles andere ist Luxus. Wir haben auf unserer Lapplandtour die Empfehlungen in dieser Hinsicht in den Wind geschlagen und sind alle mit blitzsauberen, unbenutzten Messern und Gabeln zurückgekehrt. | Benzin- statt Spiritusbrenner. Benzin hat einen dreimal höheren Heizwert, so daß man tatsächlich mit einem Drittel Brennstoff auskommt. Zum Thema Windsicherheit: Der legendäre Trangia-Sturmkocher ist toll, aber auch bei Windstärke 6 hat es mein Coleman Peak mit einem Fetzen Alufolie als Windschutz getan. |
| Das gleiche gilt für Teller und Tassen. Beides wird sehr gut von einem Berghaferl übernommen, welches sehr klein und leicht ist. Allerdings kann man dann nicht gleichzeitig essen und trinken. Man muß warten, bis der Napf wieder leer ist. | Einen zusätzlichen Napf kann man gut als Suppenkelle und Trinkbecher für Unterwegs mitnehmen. Ein Napf als Kelle ist sehr zu empfehlen, da - wenn jeder mit seinem Näpfli in die Suppe oder den Tee tunkt - die Näpfe von außen schmierig-fettig und nicht mehr anzufassen sind. Dieser Napf kann tagsüber von einem Mitglied außen am Rucksack getragen werden, so daß man unterwegs aus Bächlein etc. trinken kann, ohne seine halbe Ausrüstung abzulegen. |
| Taschenlampe, da es nördlich des Polarkreises im Juli immer hell ist. | Es sei denn, man verbringt hinterher noch eine Erholungswoche in Südschweden, dann sollte man eine kleine Lampe mitnehmen (Minimaglite mit einer AAA-Batterie reicht völlig aus) |
| Gute Kamera. Wir haben nicht unbedingt die besten Modelle und ärgern uns manchmal, daß die Bilder nicht die beste Qualität haben. | |
| Schreibzeug, damit man seine Erlebnisse und vor allem seine Verbesserungsvorschläge zu Papier bringen kann. | |
| Mückennetze für den Kopf. Spätestens am dritten Tag nach dem Einreiben mit Dschungel-Olja brennt bei empfindlichen Leuten die Haut. Es ist daher nicht empfehlenswert, länger als nötig mit diesem Mittelchen zu arbeiten. Hier kann in extrem mückenreichen Gebieten ein solches Mückennetz vor dem Gefressenwerden schützen, ohne daß man sich die chemische Keule ins Gesicht schmieren muß. Sie kosten nicht viel und wiegen eigentlich nichts. Auf die Maschenweite achten: möglichst klein, sonst kommen die winzigen Plagegeister trotzdem durch. | |
Ein schwieriges Kapitel bei einer solchen Tour. Die Situation ist zwar nicht vergleichbar
mit Robinson oder dem Herrn der Fliegen, aber hin und wieder gerät man oder die ganze Gruppe
schon in Grenzbereiche. Hier sind dann Streit und Unfrieden vorprogrammiert. Dagegen hilft nur,
ausschließlich mit Leuten zu fahren, die man gut kennt, Streit nicht zu unterdrücken, sondern ihn
vernünftig auszutragen, d.h. die Meinungen aller zum Thema zu hören und mehrheitlich zu entscheiden.
Denn egal wie man sich vorher anstrengt, es wird immer Grenzsituationen geben, etwa weil die
Konzentration nachläßt oder weil Dinge eintreten, die entweder nicht planbar waren oder in der
Planungsphase nicht berücksichtigt wurden.
Man kann im Vorfeld nicht alles berücksichtigen, weil man erst selber Erfahrungen machen muß bzw.
weil das Wetter vielleicht gerade in diesem Jahr völlig anders ist, als sonst.
Gerade hier sollten sich alle Teilnehmer vorher noch einmal überprüfen, ob sie gegebenenfalls auch
bei dreiwöchigem Dauerregen noch Humor haben. Ansonsten gibt es eigentlich wenig, was die Stimmung
verdirbt, da man permanent Neues und Interessantes entdeckt und ständig vor neue Herausforderungen
gestellt wird. Da bleibt eigentlich keine Zeit für Frust. Der kann sich auch gar nicht einstellen,
da alle Aufgaben von der Gruppe gelöst werden können.
Typische Stimmungstöter sind:
Es gibt Tausende von möglichen Notfällen, die wir natürlich nicht einzeln besprechen können. Die Tips
sind schon lang genug. Außerdem ist bei uns bis auf den Fieber- und Schüttelfrostanfall von Fiete nichts
außergewöhnliches passiert. An dieser Stelle einige grundsätzliche Überlegungen und ein paar Tips zu den
häufigsten Notsituationen.
Erste Stufe: Notfälle vermeiden ist besser als Notfälle zu bestehen.
Reiseberichte Schweden --- Infos, Tips, Links --- Allgemeine Outdoor-Tips für Nord-/Mittelschweden
© C. Eisel. Zuletzt aktualisiert am
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