Sonntag, 29. Juli

Um 12:15 kommen Fiete und Nicola vorbei und bringen noch einen Rucksackriesen mit. Ein paar Kleinigkeiten, die beim letzten Packen noch nicht da waren, werden kurz neu verteilt, bis wir der Meinung sind, dass das Optimum erreicht ist. Um 13:00 Besuch bei meinen Eltern, die im Gegensatz zu uns eine Waage besitzen und wiegen: Silke bringt mit Rucksack 73,5 kg, Fiete mit Rucksack und Taschen 118 kg und Christian ebenso mit Taschen und Rucksack 116,5 kg auf die Waage. Wenn wir nun unser jeweiliges Leergewicht abziehen, bleiben für Silke 23,5 kg, für Fiete und für mich je 35 kg Gepäck übrig, mit dem wir größtenteils nicht nur bis zum Bahnhof, sondern auch noch durch den Sarek wandern wollen. Die Taschen enthalten allerdings etwas Bier, Wasser und Lebensmittel für die Fahrt, so dass als endgültige Beladung fürs Wandern (ohne Fertiggerichte) für Fiete und mich je 30 kg übrig bleiben.

13:03 Abmarsch, 9 Minuten zu früh am Bahnhof. Jörg lauert uns schon am Bahnsteig auf, er wolle sich das Spiel mal ansehen: 30°C und tonnenschwere Ladung. Unser IR hat Verspätung der RE um 13:13 nach Dortmund kommt fast pünktlich, er ist aber rappelvoll. Aus Angst, dass der IR die Verspätung nicht aufholt, quetschen uns in einen Wagen des RE mit etwa 1000 Personen, einer davon auch noch mit Fahrrad. Unter normalen Umständen wäre ich da nicht eingestiegen. Die Fahrt wird die Hölle: draußen 30°C, im Zug zwischen den ganzen Leuten trotz Klimatisierung noch ein paar mehr. Ein ständiges Gedrängel, weil einige den ganzen Zug auf der Suche nach einem Sitzplatz durchstreifen. Absolut sinnlos, aber man kann ja noch ein paar hundert Leute ärgern. Man glaubt wirklich nicht, wie oft manche Leute von einem Teil des Zuges in den anderen und zurück gehen. Dazu ist da noch ein Kind, welches in 10 Minuten zweimal zum Klo muss. Der Kleine macht sich wohl einen Spaß. Wir kommen mit dem Radfahrer ins Gespräch. Kein Wunder, schließlich steckt ob des Gedrängels sein hinteres Schutzblech in meiner Nase, da ich an dem Treppchen des Einstiegs ganz unten stehe, er ganz oben. Er fährt durch Ostfriesland für ein paar Tage. Bis auf eine Packtasche vorn und hinten hat er kein Gepäck: Neid...

In Dortmund klappt alles planmäßig. Die Türen öffnen sich glücklicherweise auf unserer Seite und wir schießen wie Sekt aus der Flasche auf den Bahnsteig. Absolut pünktlich erreicht auch jetzt kurze Zeit später der von uns verschmähte IR den Dortmunder Hauptbahnhof. Total leer, ganz nebenbei...

Wir warten auf einer Bank mit Werbung für die Bahnhofsmission – die wir nach der Höllenfahrt dringend gebraucht hätten – auf unseren IC. Er ist pünktlich, beim Einladen unseres Gepäcks leisten die beiden Mitinsassen unseres Abteils tatkräftige Unterstützung. Sehr freundlich, vielen Dank. Die Fahrt verläuft recht träge bis Hamburg, dort steigen wir um in den IC Karen Blixen. Das übliche Chaos, da trotz Reservierungspflicht einige Leute ohne einsteigen. Es gibt kaum Platz für Gepäck: die Ablagen über den Sitzen reichen gerade mal für die Hälfte der Rucksäcke. Wir stopfen und quetschen sie unter und zwischen die Sitze, was das Zeug hält. 19:02 Puttgarden, ab auf die Fähre, weiter durch Dänemark bis wir 22:40 nach der tollen neuen Tunnel-Brücken-Verbindung in Malmö ankommen. Das Schlafwagenabteil für drei Personen und ein Waschbecken bietet mal wieder kaum Platz für Gepäck. Aber einen Codeschlüssel für die Dusche gibt es. Ich gehe duschen, da ich vorher bei etwa 30°C im Zug reichlich transpiriert habe. Anschließend ein Dosenbier und einen kleinen Schluck Whisky, dann ab in die Heia und schlafen.

 

Weiter