Die Vorbereitungen sind soweit abgeschlossen. Noch eine letzte richtige, tolle Dusche mit viel Seife und einem echten Handtuch.
Danach packe ich in Ruhe meinen Rucksack. Die Sachen haben wir alle schon Freitag morgen auf die einzelnen Leute verteilt, damit jeder ungefähr das gleiche Gewicht trägt. Gegen halb fünf bringt mich meine Schwester freundlicherweise zum Bahnhof. Parkplatzchaos am Duisburger Hauptbahnhof. Hektische Betriebsamkeit, am Osteingang stehen schon Nils, Thomas S. und Thomas G. An Gleis 12 stößt noch Benjamin dazu und um 17:31 fährt unser IC nach Berlin ab.
Eine endlose Reise bis 22:20 und auch noch 15 Minuten Verspätung. Das hätte mit dem zuerst geplanten ICE schon nicht mehr gepasst. Wir begeben uns zu Gleis fünf im neuen Berliner Hauptbahnhof und stellen unser Gepäck ab. Die beiden „Thomasse“ passen auf, während Nils, Benjamin und ich zu einer nächtlichen Blitzerkundung Berlins starten: vom Hbf über die Brücke zunächst zu Angie, dann zum Reichstag und noch schnell zum Brandenburger Tor. Das Ganze im preußischen Stechschritt zurück, Thomas und Thomas ablösen.
Der Nachtzug ist mittlerweile schon da. Wagen 203, Plätze 51-55; wir wuchten die tonnenschweren Rucksäcke hoch und sind in Schweiß gebadet. Ein Platz ist schon belegt, stimmt mit unserer Buchung also überein. Es scheint alles OK zu sein. Dann kommt der Passagier von Platz 56. Er bringt aber fünf Freunde mit und macht uns sehr freundlich darauf aufmerksam, dass wir uns im falschen Wagen befinden. Ich schaue auf die Reservierung: kann doch nicht sein, hier steht es ja schwarz auf weiß. Mmmhhh, er hat Recht. Endlich fällt mir auf, dass ich die Rückfahrttickets in der Hand habe. Wir müssen in den Wagen 205 auf die Plätze 61-65. Macht nichts, sagt er. Wir turnen wieder nach oben, holen das kleine Gepäck wieder und gehen aus dem Zug. Der ist mittlerweile kurz vor der Abfahrt und mir ist etwas mulmig, aber wir erreichen unseren Wagen ohne Hektik. Im Reisebüro war ich mit den sortierten Karten, um wegen der Abrechnung etwas zu klären. Dabei ordneten wir die Teile wieder ein, jetzt offenbar mit dieser kleinen Änderung. Na ja, es gibt sicher schlimmere Pannen. So haben wir eine kleine Übung beim Packen. Die Schweden nehmen es mit Humor und in unserem jetzt richtigen Abteil liegt schon eine nette Schwedin, die mit uns auch noch im X 2000 sitzen wird.
An unserem Gleis wird die halbe schwedische Bevölkerung noch volltrunken von der gestrigen Loveparade in den Nachtzug gesteckt. Eine lustige Truppe hat ein Megaphon, aus dem in gewissen Abständen mit ohrenbetäubender Lautstärke „Boten Anna“ läuft, der Hit aus den schwedischen Top Ten 2006. Im Liegewagen nach Malmö machen wir nach kurzer Zeit das Licht aus und schlafen. Mehrfach wache ich auf, mal bei einer Kurve, mal bei einem Geräusch. Die Schwedin verlässt noch einmal spät das Abteil, um dann nach einiger Zeit in den Pumakäfig zurückzukehren. Natürlich öffnet sie das Fenster, was zu dauernden Klapper- und Schnarrgeräuschen des Vorhangs und seiner Aufhängung führt. Mittlerweile ist es