Mittwoch, 19. Juli 2006.

Morgens wache ich bei leichter Bewölkung und etwas Regen auf. Ich quäle mich aus dem Zelt.

Im anderen ist es ruhig und so ziehe ich fast eine Dreiviertelstunde alleine los, um mir schon mal einen Wanderstock zu suchen. Es ist sinnvollerweise verboten, auch nur Teile von lebenden Bäumen zu entfernen. Auf der anderen Seite sind die meisten abgestorbenen Birkenäste auch schon stark angemodert und brüchig. So dauert es seine Zeit, bis ich etwas finde, was zu gebrauchen ist. Ich habe mir fest vorgenommen, die Regeln im Nationalpark so streng wie möglich zu befolgen und erwarte das auch von meinen vier Mitstreitern. Ich möchte dieses Jahr auch Feuer nur in Notfällen machen. Das ist zwar eine tolle Sache, so am Lagerfeuer zu sitzen, aber man sieht an einigen gut begangenen Stellen schon viele ehemalige Feuerstellen. Da müssen nicht nur aus Spaß noch welche dazukommen.

Bei meiner Rückkehr sitzen Thomas und Benjamin bereits draußen, die anderen rumoren schon im Zelt. Das folgende Frühstück wird etwas chaotisch, da noch nicht eingeübt. Dann räumen wir auf. Zwei wandern in dieser Zeit los und suchen ebenfalls Wanderstöcke, schließlich auch die anderen beiden.

Gegen halb zwei brechen wir erst auf. Wieder geht es über Bohlen und wir kommen schnell voran. Uns begegnet eine Rentierherde, die sich eine ganze Weile mit uns mit und um uns herum bewegt. Ein tolles Bild.

Wir erreichen die nächste Brücke und Nils und Benjamin bringen den Müll zur Kisuris Hütte, wir warten. Auf dem Weg eben ist mir ein idealer abgestorbener Ast aufgefallen. Ich gehe zurück und hole ihn mir. Der wird zu meinem Wanderstock, den anderen von heute morgen lege ich gut sichtbar an einen Brückenpfeiler.

Die beiden "Müllmänner" kehren zurück und wir brechen auf. Wir gehen den Snuftjutis entlang Richtung Kisuris. Es geht steil bergauf bis zu einer großen Ebene. Dort kommen wir gut voran. Insgesamt abwechslungsreich mit tollem Blick. Einzig die Temperatur ist mittlerweile bei 5° C angekommen. Eine dichte Wolkendecke befindet sich zum Greifen nah über uns. In den Pausen suchen wir in den Senken Schutz vor dem scharfen Wind. Als alle mehr oder weniger von der Kälte etwas abschlaffen, schlagen wir gegen sieben unsere Zelte auf.

Es gibt Hühnchen mit Banane, Nudeln und Curry. Mhhhhmm... Die Masse bindet schnell ab und klebt wie Teufel. Suppe mit Nudeln gibt's vorweg. Alles wird im Zelt sitzend zubereitet, es ist einfach zu kalt im Wind. Nach dem Essen verschwinden alle mehr oder weniger schnell in die Heia.

Ich bin so durchgefroren, dass ich keine Lust habe, den Schlafsack zu verlassen und diese Zeilen erst am nächsten Abend schreibe. Am nächsten Morgen ist es

Donnerstag, der 20. Juli 2006.

 

Inhalt

 

Zurück zum 18. Juli 2006