Donnerstag, 20. Juli 2006.

Zum Frühstück gibt es das übliche, also Müsli, Kakao, Kaffee oder Tee. Und als Neuerung Pfannkuchen. Eher Kaiserschmarn, denn die Biester kleben natürlich am Pfannenboden wie Kontaktkleber.

Wir starten nur unwesentlich früher als gestern. Es geht Richtung Nijakjågåsj, der in den Sjnjuvtjudisjåhkå mündet. Dort biegen wir ab Richtung Süden ins Ruohtesvágge. Beim Frühstück sind ein Einzelwanderer und zwei Wanderinnen an uns vorbeigezogen, die wir heute ab und zu vor uns sehen.

Der Himmel reißt manchmal auf und lässt die Sonne durch. Es geht durch einige Abflüsse vom Kisuris und durch viel Sumpf. Wir müssen durch viele Einschnitte, das ständige Auf und Ab macht uns etwas zu schaffen. Trotzdem ist die Stimmung gut. Nach und nach ist der Himmel nur noch schwach bewölkt und die Temperatur steigt deutlich an.

Toller Blick auf Akka, Niak und Kisuris und hinein in das Ruohtesvágge. Wir kämpfen uns weiter voran.

Bei einem Abstieg in einen Einschnitt bricht Thomas Wanderstock und er fängt den Sturz locker mit einem Knie ab. Er sagt, es geht. Eine halbe Stunde später ist das Knie schön blau und er kühlt es in einem der zahlreichen kleinen Bäche.

Allerdings haben wir jetzt ein Problem. Wir sind bereits so hoch, dass es absolut keine, auch keine noch so winzige Birke mehr gibt, aus der wir einen Wanderstock machen könnten. Und das wird sich bis zum Ziel nicht ändern. Wo zaubern wir jetzt einen Stock her? Insgesamt mache ich mir da auch zu viel Gedanken, denn er benutzt ihn – wie wir noch sehen werden – eigentlich nicht richtig. Aber für die Watungen benötigt man unbedingt einen. Wir werden sehen.

Nach weiteren diversen Einschnitten, Sümpfen und anderen Überraschungen steigen wir noch weiter hoch, um besser gehen zu können. Nach einer Weile finden die Pfadfinder Nils und Benjamin einen tollen Platz zum Zelten auf ca. 870 m Höhe. Grandiose Aussicht und noch dazu sitzen wir in der Sonne. Dies finden allerdings auch reichlich Mücken toll, so dass wir auch hier oben mächtig geärgert werden. Es geht kaum Wind, etwas später gar keiner mehr, so dass wir leichte Beute sind.

Es gibt Abendessen: Hackfleisch mit Nudeln in Tomatensoße. Schmeckt eigentlich ganz gut. Danach bereiten wir noch einen Brotteig aus einer Backmischung fürs Frühstück vor. Eine Neuerung im Gegensatz zu den Backpulverbrötchen und –broten der letzten Wanderungen. Eine ziemliche Sauerei, Nils steckt bis zum Hals im Teig. Aber es geht schließlich mit viel Mehl und der Topf mit dem Teig wandert in eine Plastiktüte, danach ins Zelt der Jungs. Mal sehen, ob der Plan funktioniert und die Hefe richtig arbeitet.

Mir wird langsam wieder kalt, so richtig viel bringt die Sonne im Moment nicht mehr. So begebe ich mich ins Zelt und schreibe diese Zeilen. Morgen wollen wir früh raus, denn unser erster Gletscher ist angesagt.

 

Es wird Freitag, der 21. Juli 2006.

 

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