Samstag, 22. Juli 2006.

Um acht Uhr geht der Wecker. Ich schreibe noch etwas, dann stehe ich auf. Benjamin hat Wasser aufgesetzt und Milch gemacht. Es gibt Brot und reichlich von allem anderen. Danach spülen und packen. Auch heute dauert es wieder eine ganze Weile, bis der ganze Kram in den Rucksäcken ist.

Gegen halb eins geht’s los, es ist warm. Zunächst etwas abwärts, dann über schlechte Pfade und einige Blockfelder. Andererseits ist es stellenweise fast autobahnähnlich. Bei der ersten Pause sind wir an einer Stelle, wo ich fünf Jahre zuvor schon einmal war. Ich suche die genaue Stelle, aber es sieht alles sehr ähnlich aus: flaches Stück „Wiese“, dann ein Stück Gefälle, im Anschluss ein paar Steine und viele Rinnsale. Das geht von hier oben bis ins Tal. Ich richte mich nach dem GPS und bin der Meinung, den Platz tatsächlich gefunden zu haben. Die Bilder werden es zeigen.

Beim Wandern passiert nichts weiter. Unsere stündlichen Pausen, ein paar Leute. Eine interessante Stelle, wo der Boden beim Gehen Gel-Konsistenz annimmt. Viel Schlamm und ähnliches. Gegen zwei nimmt die Bewölkung zu, es wird angenehm kühler. Auch kommt eine Stunde später Wind auf, der es den Mücken schwer macht. Um 16:30 Uhr erreichen wir Skarja mit der Mikkastugan.

Dort treffen wir zwei Deutsche. Der ältere Mann hat in Lappland ein Haus, der jüngere kommt direkt aus Deutschland. Beide haben sich beim Start kennengelernt und sich zusammengetan, weil sie durchs Pastavagge nicht allein gehen wollen. Wir tauschen unsere Reiseziele aus und verabschieden uns. Danach tragen wir uns ins Buch ein. Bei dieser Gelegenheit blättere ich ein bißchen und finde unsere Einträge von 2001.

Die zwei Schweden, die auch noch an der Hütte eintreffen, frage ich nach dem Wetter. Die Vorhersage ist nicht schlecht, es soll aber eine Schlechtwetterfront durchziehen. Hinter uns sehen wir schon dunkle Wolken, auch ein starker, kalter Wind „drückt“ uns sozusagen in die richtige Richtung.

Wir laufen los über die Brücke, die mickrig aussieht. Aber wenn man mal rechts und links heruntersieht... Kurzer Ausblick Richtung Kupervagge und Rapajokka, dann weiter.

Gegen sechs holen wir am Máhtujågåsj die beiden Deutschen wieder ein. Sie queren gerade, wir bauen auf einem sehr guten Platz unsere Zelte auf. Währenddessen kommen die beiden Schweden von eben nach und richten sich ein gutes Stück über uns außer Sicht ein. Es regnet nun ganz leicht und es weht sehr kräftig. Insgesamt hat sich der Himmel stark bezogen und es ergibt ein merkwürdiges Licht. Wir machen Essen und danach passiert nicht mehr viel. Ich verkrieche mich und studiere noch einmal gründlich die Karte, um Alternativen zu haben, sollte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen.

Direkt neben uns rauscht mit ziemlichem Getöse das Wasser vorbei. Da müssen wir morgen durch. Deshalb ist um sechs Wecken angesagt, damit wir in der Früh einen niedrigen Wasserstand antreffen werden.

Sonntag, 23. Juli 2006.

 

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