Ausschlafen. Ich genieße die Ruhe, denn die Jungs können ganz schön nerven. Der eine spricht wenig, was aber durch den anderen durch Vorträge über medizinische Versorgung wett gemacht wird. Oder wir hören Geschichten über Drachen, die sich nicht materialisieren können oder einfach Saufgeschichten vom Bierkönig. Es ist auf jeden Fall unterhaltsam bis nervig.
Jetzt aber schlafen alle noch und ich nutze die Gelegenheit zu einer ausgiebigen Waschung am Fluss in der Sonne. Mir gefällt diese Ruhe mit dem sanften Plätschern so gut, dass ich meine Digitalkamera nehme und zwanzig Minuten Ruhe aufnehme...
So langsam kommt Leben ins Lager. Wir machen Brot aus dem Teig von gestern, der so gut aufging, dass er aus dem Topf in die Tüte gequollen ist. Eine Portion Fladenbrot und zwei kleine "normale" Brote. Die Fladen werden noch warm vertilgt, die Brote nehmen wir mit.
Es dauert lange, bis wir aufbrechen können. Wir nehmen den Weg in direkter Linie zur Brücke über den Gukkesvaggejokha. Wir hätten noch etwas in Richtung Osten gehen sollen, denn die direkte Linie führt doch sehr hoch hinaus und wir geraten mächtig aus der Puste. Rentiere beäugen uns auf einem Eisfeld und einige kommen wieder sehr nah, eins trottet hinter uns her bis zum Kamm. Den Abstieg auf der anderen Seite machen wir dann unbewacht.
Kurze Pause, grandioser Blick, dann weiter hinunter zum Rentiergatter, welches von oben gut zu erkennen ist. Nach kurzer Wegstrecke sehen wir auch die Brücke und laufen darauf zu. Wir durchqueren breite Geröllfelder, wahrscheinlich bei Schneeschmelze reißende Flüsse. Dann wieder etwas Sumpf, am Rentiergatter vorbei und anschließend einer nach dem anderen über die Brücke. Nils demonstriert kurz was passieren kann, wenn man in die eine Richtung läuft und in die andere sieht... Ein Stück weiter gibt es eine Pause, während uns aus dem Gukkesvagge ein starker, kalter Wind entgegen weht. Die Sonne scheint und beim Blick zurück sehen wir das Ahparmassiv mit dem dahinter liegenden Pastavagge. Ein bißchen schade ist es schon, denn so schön wie gerade präsentiert es sich selten. Wir aber blicken wieder nach vorn und ich bin guter Dinge, dass wir hier zumindest keine Menschenseele treffen werden.
Eine Stunde noch laufen wir und suchen dann einen Platz. Hier auf dieser Seite ist das Ufer recht schmal, nicht wie auf der anderen Seite ausgedehnt. Nach der Durchquerung eines Geröllfeldes und etwas Sumpf am Ufer sehen wir bereits von Weitem einen hohen Erdwall. Diesen nehmen wir für unser Zeltlager als Basis. Weiter vor uns nämlich liegt über eine weite Distanz nur noch Geröll. Wir hätten beim Weitergehen keine Möglichkeit zum Zeltaufbau. Auf dem Wall haben wir zudem auch genug Abstand und einen Geröllhügel zur rechts von uns aufsteigenden Wand, sollte einmal etwas herunterfallen. Aufbauen, etwas Essen und dann in die Zelte.