Dienstag, der 25. Juli 2006.

Um sieben geht der Wecker. Ich schreibe noch ein paar Zeilen in dieses Tagebuch, während ich im warmen Schlafsack liege. Nach einer Weile quäle ich mich heraus.

Es ist stark bewölkt und kalt. Die anderen liegen zum größten Teil noch in den Federn, bis endlich Leben ins Zelt kommt. Es gibt aufgebackenes Brot von gestern, Müsli und zwei Mal ein warmes Getränk. Dann noch ein wenig Ruhe und um zehn bauen wir ab.

Der nun folgende Weg ist nicht nur durch die wechselnden Untergründe, sondern auch durch den kalten Wind sehr anstrengend. Er bläst uns mit gut 5 bis 6 Windstärken entgegen. Dadurch fühlt es sich deutlich kälter an, als es wirklich ist. Mit Jacke und Handschuhen laufe ich nicht sehr gern, aber jetzt ist es wirklich nötig. Der Hüftgurt lässt sich über der Jacke nicht gescheit festzurren und mit den Handschuhen kann ich noch nicht einmal etwas zu trinken schöpfen.

Es geht über Blockfelder, die zum Teil bewachsen sind. Dann folgt ein größerer Sumpfabschnitt, den wir aber umgehen. Auf der anderen Seite des Flusses sehen wir wieder eine große Rentierherde. Auf der Westseite des Tals reihen sich die Gletscher aneinander, während wir in die Nähe der Kasalako – Hochebene gelangen. Die Bewölkung reißt etwas auf und die Sonne erzeugt mit den Wolken und den Gletschern zwischen den Bergen eine unglaubliche Atmosphäre.

Gegen fünf schlagen wir über dem Varjep Tjievrajaure unser Lager auf. Ich bin ziemlich kaputt und baue sofort mein Zelt. Isomatte und Schlafsack rein, hingelegt. Die anderen sitzen noch eine Weile herum und gucken, bevor auch sie ihr Zelt aufbauen. Danach machen wir Essen: Suppe mit Nudeln, danach eine Tütengericht. Gerade sind die Näpfe voll, da kommen sechs Wanderer in einiger Entfernung am Zelt vorbei. Wenn ich nicht gerade einen Napf mit heißer Suppe in der Hand gehalten hätte, wäre ich kurz hingegangen und hätte gefragt, welche Route sie bis hierher genommen hätten. Alle grüßen freundlich, wir grüßen ebenso zurück. Uns war aufgefallen, dass im ganzen Gukkesvagge kein Mensch zu sehen war. Und nun gleich sechs. Na schön, aber das sollte es auch gewesen sein (und so war es auch bis zum Ziel).

Es gibt noch Hackfleisch mit Reis und Champignons, etwas Käse, Kakao und dann Ruhe im Zelt und geschlafen. Ohne Wecker!

 

Mittwoch, der 26. Juli 2006.

 

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