Mittwoch, der 26. Juli 2006.

Gegen halb neun tut mir alles weh und ich stehe auf. Nebenan hatte ich schon etwas gehört, aber das hat sich wohl schon wieder erledigt.

Es ist bewölkt, nicht besonders kalt und sofort sind die kleinen Plagegeister da. Nein, nein, nicht die Jungs. Ich meine die Mücken. Denn der Nordwind von gestern hat sich gelegt.

Es gibt zum Frühstück Brot mit Marmelade und Käse, Müsli und zweimal warmes Getränk. Alle Frühstückssachen gehen langsam zur Neige. Das Müsli ist nur noch für zwei Tage gut, aber wir haben noch eine Brotbackmischung und Mehl für Brot. Wir haben uns gestern kaum darüber unterhalten wie wir Richtung Suorva gehen werden. Mitten durch das Hochtal, welches eher eine Hochebene ist. Oder erst Richtung Norden und dann mit Blick auf den Akkajaure außen herum. Wir wollen auf jeden Fall ein oder zwei Tage an einer Stelle bleiben, um ein bißchen zu entspannen und Tagesausflüge ohne Gepäck zu unternehmen.

Jetzt packen wir erst einmal und dann mal schauen, wo wir entlang wandern werden. Inzwischen scheint schon wieder die Sonne. Unglaublich dieses warme Wetter hier. Wir stapfen um viertel vor eins in Richtung Gassajavrre los. Egal wie wir uns entscheiden, der erste Teil der Strecke ist sowieso klar. Wir wollen die Verhältnisse prüfen und uns dann für den Weg nach Suorva entscheiden.

Es geht direkt in ein einziges großes Blockfeld mit ungefähr einer Million Einschnitten. Also rauf und runter klettern, eine echte Quälerei mit dem Rucksack. Die Steinchen reichen größenmäßig vom Sandkorn bis zum Einfamilienhaus. Wir liegen sehr gut in der Zeit, so dass wir keine Eile haben. Langsam aber häufen sich die Gespräche über Pommes, Bier etc. Das alles, während wir in Höhe des Suottasjjiegna-Gletschers, aber auf der anderen Seite des Flusses, laufen und auf den Stuodakjavrre zu. Nach kurzer Pause und der Analyse der voraussichtlichen Wegstrecke wollen wir nun auf der Seeseite (Akkajaure) um den Berg Stuor Atjek herum, der Aussicht wegen.

Allerdings schlagen wir etwas später erst einmal unser Lager am Stuodakjavrre auf. Es ist erst sechs Uhr nachmittags, aber es ist auch kein schönes Wandern hier oben über die Geröllhaufen. Wir sehen ein Stück des Akkajaure, fast unser Ziel, aber bis dahin Geröll, Geröll, Geröll...

Wir haben heute nur fünf Kilometer geschafft, unter anderem, weil wir unseren ersten Sanitätseinsatz hatten. Nils schneidet sich bei einer Schnitzarbeit kräftig in die Hand bzw. den Finger und blutet reichlich. Benni schreitet zur Tat und legt einen perfekten Verband an. Unser Zeltplatz am östlichen Zipfel des Sees ist dafür aber wenigstens spitze.

Die Sonne brennt immer noch und unsere Sonnencreme geht zur Neige. Das kann ja wohl nicht sein, dass wir uns hier im hohen Norden den nächsten Sonnenbrand holen.

An alle verrückten Sonnenanbeter: Nicht Mallorca, sondern Sarek im Sommer. Da scheint die Sonne fast 24 Stunden täglich!

Es gibt eine Suppe mit Nudeln und anschließend Hühnchen mit Curry und Reis. Dann noch einen Tee und um neun Uhr stellen wir fest, dass es hier zu wenig Wind und damit zu viele Mücken gibt, um den Wahnsinnsausblick zu genießen.

Ich schaue mir den Weg für morgen auf der Karte an, schreibe noch etwas und falle dann ins Bett. Vorher hatte ich mir auf einem der zahlreichen Hügel eine kleine planerische Rundumsicht verschafft und festgestellt, dass es außer Steinen hier nichts gibt. Tolle Landschaft, aber zum Wandern wirklich bescheiden.

Lassen wir es also

Donnerstag, den 27. Juli 2006 werden.

 

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