Freitag, der 28. Juli 2006.

Schon wieder unerträgliche Hitze im Zelt. Gegen acht kommt Leben ins Lager, sicher auch, weil ich nicht gerade leise bin. Es gibt das vorletzte Müsli, dann wird gepackt. Rekordverdächtig ist unser Aufbruch, nämlich noch vor elf.

Es geht zunächst zu einem kleinen See etwas unter uns. Dann Richtung Sliehkok, der unser heutiges Tagesziel sein soll. Wir wollen dort etwa 70 Höhenmeter oberhalb des Damms unser Lager aufschlagen, um denn am Tag der Abreise schnell zur Bushaltestelle zu kommen. Und dabei gleichzeitig das Gefühl haben, noch in der Wildnis zu sein.

Wir überqueren inzwischen mehrere mittelgroße Abflüsse des Sees Nuortap Atjek. Das geht bei dem niedrigen Wasserstand, ohne sich die Schuhe ausziehen zu müssen. Bislang verläuft alles nach Plan. Man kann einigermaßen gut gehen.

Nach dem letzten Abfluss ändert sich das schlagartig. Der Untergrund ist oft matschig, dann besteht er wieder aus großen Blöcken. Manchmal ist es heideartig, das geht ganz gut. Häufig nun auch Weidengestrüpp, das ist das Schlimmste. Und dann immer wieder aufwärts, um direkt danach abwärts zu gehen. Das schlaucht.

Der Knüller aber kommt von oben. Nicht etwa Regen oder Schnee, nein, die Sonne brennt uns den letzten Tropfen Schweiß heraus. Es ist extrem unangenehm. Das Allerschlimmste ist aber, dass wir außer Sumpf und Morast keinen Tropfen Wasser mehr finden. Das zwei Stunden lang. Ich merke, wie ich so langsam überhitze und wir machen jetzt alle halbe Stunde Pause.

Wir finden knapp vor unserem heutigen Tagesziel statt eines Sees eine versumpfte Stelle. Ist das der See gewesen? Vom Geländeprofil kommt es hin. Die letzte Möglichkeit befindet sich gut 100 Höhenmeter über und etwa einen Kilometer vor uns. Es geht nicht mehr. Das Risiko, dass wir auch an dieser entfernten Stelle statt eines Sees eine sumpfige Wiese finden, ist zu groß.

Wir sind alle schon mehr als durstig und steigen jetzt sofort zum Akkajaure ab. Sofort bedeutet noch einmal gut eine dreiviertel Stunde durch teilweise abenteuerlichstes Unterholz. Dazu Schwärme von Mücken und jetzt auch noch Kriebelmücken. Bei 30°C. Und ohne Wasser. Fluchend und hinterher fast schon lethargisch erreichen wir schließlich den Stausee.

Sofort fliegen fünf Rucksäcke aufs Ufer und fünf Leute schöpfen gierig kaltes, kristallklares Wasser aus dem See. Meine Güte, das war nicht besonders schön.

Wir klettern am Ufer entlang bis zur Staumauer, die aus einem riesigen Haufen großer Steine besteht. Auf der Krone schmeißen wir uns einfach auf den Schotter und stören uns auch nicht an ein paar Schweden, die in ihrem Gigageländewagen an uns vorbeifahren. Egal, platt, KO, am Ende. Meine Füße sind Bratpfannen.

Sechs Uhr abends, Aufbau auf der anderen Seite des Damms mit schönem Ausblick unter anderem auf den Slugga. Der Aufbau gestaltet sich einigermaßen schwierig, da der gesamte Untergrund aus verdichtetem Schotter besteht. Auf einem Stück „Wiese“ können wir die Zelte aufbauen. Essen machen, gegen halb elf ins Bett.

 

Samstag, der 29. Juli 2006.

 

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