Tips zu Wanderungen in Lappland

Für genauere Informationen, etwa zu Mücken, Kocher, Schlafsack etc. bitte die allgemeinen Tips durchlesen.

Vorüberlegungen

Reiseplanung

Unterwegs

Literatur

Rezepte

Vorüberlegungen

Gruppe

Allgemein ist zu sagen, daß die Gruppengröße 3 Personen pro 4-Mann-Zelt und Eßgeschirr optimal ist. Bei kleineren Gruppen wird die Ausrüstung zu schwer, bei größeren Gruppen ist das Platzangebot des Zeltes zu klein. Wichtig ist, daß man sich ganz gut kennt und bei Verstimmungen rasch wieder zu sich kommt. Man sollte sich gut prüfen, da unterwegs eigentlich kein Zurück mehr ist. (Und in einem Zelt mit drei Mann, wenig sauberen Klamotten und anstrengenden Tagen kann ein ausgesprochen "duftendes" Zeltklima aufkommen.) Wenn man das erste mal loszieht, sollte man sich nicht zu viel vornehmen, d.h. ausreichend Reservetage einplanen. Mindestens zwei Ruhetage sind angebracht, die zur Not gleichzeitig Reservetage darstellen können.
Bei gemischten Gruppen, wie bei uns, ist es wichtig, daß bei der Verteilung der Ausrüstung berücksichtigt wird, daß schwächere Mitglieder weniger schleppen können. Wir haben für die Herren zwischen 25-30 Kilo und für die Dame 20 Kilo eingeplant. Dabei blieben die 20 Kilo über die Strecke recht konstant, d.h. die Jungs bekamen die Vorräte, so daß das Gewicht im Laufe der Zeit abnahm.
Wir haben alle gemeinsamen Vorräte und Ausrüstungsgegenstände gewogen und dann möglichst gerecht verteilt. Für die private Ausrüstung war jeder selbst zuständig.

Wetter

Der Punkt Wetter wird hier nur kurz angesprochen. In Schweden ist der Sommer kurz, vor allem in Lappland. Selbst im Juli trafen wir noch auf Schneefelder und durch Schmelzwasser matschige Hochebenen. Man sollte daher nicht zu früh fahren, da man sonst noch viel Schnee bzw. Schmelzwasser hat. Dadurch werden die Flußquerungen gefährlicher. Flußquerungen sollten generell morgens erfolgen, wenn der Wasserstand noch niedrig ist.
Unsere Literaturrecherche hat ergeben, daß im Grunde zumindest für Anfänger nur Juli und August in Frage kommen. Vor Schulferien braucht man in Lappland keine Angst zu haben, es ist trotzdem einsam.

Ausrüstung

Dieser Abschnitt ist gegliedert in allgemeine Hinweise, benötigte Lebensmittel und empfehlenswerte Ausrüstung. Bei den Vorüberlegungen zur Ausrüstung ist die Anschaffung von Kleidung und ähnlichem vermutlich für manche ein Thema. Zu bedenken ist hierbei, daß diese Sachen (einschließlich Fertignahrung) in Schweden preiswerter sind. Daher sind im Kapitel Stockholm Adressen zu finden, bei denen man günstig und in großer Auswahl einkaufen kann. Vorneweg eine kurze Info zu Lebensmitteln, die wir nicht empfehlen können: Die Gerichte Sjömannsbiff und Pasta och Banan von Blaband. Kartoffelpuffer und Kartoffelpüree, da sie nicht schmecken bzw. in freier Wildbahn schlecht zuzubereiten sind. Als Nutzgefäße haben PE-Flaschen in verschiedenen Größen gute Dienste geleistet. Die Vorräte selbst packt man am besten in Gefriertüten ein. Wichtig ist auch das Abwiegen der einzelnen Portionen pro Beutel und Flasche, damit es bei der Aufteilung auf die einzelnen Personen keine Probleme gibt. Dasselbe gilt für die gemeinsame Ausrüstung. Das mag jetzt übertrieben erscheinen, aber es kommt einiges an Gewicht zusammen, das verteilt werden will. Gefriertüten eignen sich auch hervorragend zum wasserdichten Einpacken der Kleidung. Darüberhinaus hatte jeder von uns einen "Innenrucksack" sprich eine Mülltüte. Für die nächtliche Lagerung des Rucksacks hatten wir ebenfalls einen Müllsack, damit die Feuchtigkeit nicht in den Rucksack eindringt. Ebenso eignen sich Müllsäcke als Isomatten-Regenschutz. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, sich eine elegantere Ausrüstung zuzulegen. Unserer Erfahrung nach sollte man beim Spülmittel sein Öko-Gewissen beiseite lassen. Man braucht eh wenig und Neutralseife plus kaltes Wasser ist ziemlich bescheiden.
Bitte wundert euch nicht über die Reihenfolge der Einzelteile, sie wurden einfach aus einer Tabelle zusammenkopiert.Bei der Kleidung sind manchmal keine Mengenangaben, jeder ist da anders. Das meiste regelt sich was Unterwäsche angeht, wenn man abschließend den Rucksack wiegt! Wichtig ist eine Zweitgarnitur aus Hose, Socken, Pulli, T-Shirt, damit man immer was trockenes zum Anziehen hat. Die Anmerkung "dichte Baumwolle/G1000" ist ernst gemeint, da dadurch Mückenschutz gewährleistet ist.

Lebensmittel für drei Personen
Erdnüsse (500 g) Spaghetti (1 kg)
Mehl (2,5 kg) Kakao (1 kg mit Milch und Zucker)
Salz (50 - 100g) Marmelade (400 g)
Backpulver (2 -3 Tüten) Margarine (250 g)
Tee (50 Beutel) Kaffee (min. großes und kl. Glas)
Suppe (500 g) Milchpulver (1,5 bis max. 2 kg)
Schokolade (1/2 Tafel / Tag u. Person) wichtig für die kurzen Pausen etwa alle Stunde Müsli-Riegel (2 pro Tag und Person)
Trockennahrung (2 Pakete pro Tag) Suppennudeln (250 g; direkt mit Suppe mischen)
Müsli (mind. 2 kg ) Zucker (600 g)
Vitamintabletten (1 pro Tag und Person) Salami (2 Stück)
Trockenfleisch (2 kg)- kann man aber auch lassen. Schnaps (1 l pro Person)
Lutschbonbons Kekse
Käse (1 Paket) evtl. Backmischung für Brot

Ausrüstung für drei Personen
Gruppe
Spülmittel (in kleines Fläschchen füllen) Wassersack
schweres Messer Signalgerät
Karten 2x Brenner
Kompaß Schneebesen
Schöpfkelle Spülschwamm
Alufolie Photoapparat
Pfeife Nähzeug
Schreibzeug Medikamente (Antibiotika, Schmerztabletten stark, Kopfschmerztabletten)
Benzin oder Brennstoff Rettungsplane
Reepschnur 10 m Schnur 30 m
Außenzelt Innenzelt
Zeltstangen Töpfe
Reparaturbeutel
Einzelperson
Regen-Poncho (Bundeswehr) dicke Socken 2-3 Paar
dünne Socken (Seidensocken) 3 Paar Stiefelsocken (manche mögen das nicht)
leichte Turnschuhe oder Trekking-Sandalen Schlafsack
Isomatte Rucksack
Anorak mit Kapuze Gummistiefel oder Wanderschuhe
Toilettenpapier 1 Rolle Uhr
Mütze oder Hut (wichtig bei Regen) Wasserdichte Beutel (Gefrierbeutel)
Mückennetz Plastiktüten
Halstuch Müllbeutel
Handschuhe Eß-/Trinkbecher
Helly Hansen- Shirts (trocknen schnell) Löffel (reicht, da eh alles eintopfmäßig)
Unterhosen Sonnenbrille
Oberhemd (dicht gewebte Baumwolle) Einwegfeuerzeug
Lange Unterhose Fleece-Pullover (möglichst zwei)
Karabinerhaken Brustbeutel
Lange Hose 2x (am besten G1000 o.ä.) Gesichtscreme oder Sonnencreme
Zahnbürste/Zahnpasta (Reisegröße)

Reiseplanung

Die Route

Durch den Padjelanta führen mehrere Wege. Wir haben uns dafür entschieden, von Ritsem aus mit dem Boot zu den Akka-Hütten überzusetzen. Von dort sind wir über Kisuris - Staloluokta - Sammarlappa - Bobäcken (Boot) nach Kvikkjokk gewandert. Die Strecke ist etwa 150 km lang. Der normale Weg ist eigentlich entgegengesetzt, als Entscheidungshilfe für die Wahl der Richtung haben wir das Höhenprofil und die Länge der Streckenabschnitte abgebildet.
Für eine größere Ansicht, bitte klicken (47 kB)
hoehenprofil


Durch einen Tip von Bekanntschaften in Kvikkjokk haben wir zwei Tage Reisezeit eingespart, die wir in Südschweden verbracht haben (siehe Zug- und Busverbindungen). Dies würden wir generell empfehlen, um nach der, zumindest für uns doch recht anstrengenden, Tour noch etwas zu entspannen. Darüber hinaus teilt man dadurch die endlos lange Zugfahrt auf.

Zug- und Busverbindungen

Zur Buchung der Zugverbindungen hat sich in unserem Fall der Gang zum Reisebüro bewährt, man kann natürlich auch zum DB-Fahrkartenschalter gehen. Problematisch war der Zielbahnhof Gällivare zur Buchung des Liegewagens, gelöst wurde das Problem unter der Angabe von Kiruna als Ziel der Fahrt. Es empfiehlt sich die Buchung eines Liegewagens, was als 6-Personenabteil recht preisgünstig ist. Insgesamt fanden wir, daß die Zugfahrt am besten geeignet ist, da wir das Auto zum einen zu stressig fanden, zum anderen wollten wir es nicht 12 Tage abstellen. Außerdem hätten wir zu Startpunkt zurückkehren müssen.
Im Zug lernt man jede Menge Leute kennen und hat einen langen Aufenthalt in Stockholm. Stockholm ist immer ein paar Stunden wert, außerdem kann man prima noch einige Sachen besorgen. Wo und was könnt ihr unter Stockholm lesen. Am besten kauft man ein Scan-Rail-Ticket - gilt auch für Dänemark - und innerhalb Deutschlands eine Gruppenfahrkarte. Die Busverbindung Gällivare - Ritsem ist einigermaßen auf den Zug abgestimmt (bei uns war es eine Stunde Wartezeit). Man kann auch in Gällivare noch Kleinigkeiten einkaufen, z.B. Djungelolja. Die Fahrkarte erhält man direkt beim Fahrer. Auch in Ritsem ist der Bootsfahrplan recht gut auf den Bus abgestimmt, so daß man ohne große Probleme weiterkommt. Die Fahrkarten sind wiederum direkt an Bord zu kaufen. Für die Bootsverbindung nach Kvikkjokk und die Busverbindung ab Kvikkjokk hängt in den Njunjes-Stugan ein Fahrplan aus. Die Bootsverbindung nach Kvikkjokk besteht in einer motorisierten Nußschale, Fahrgeld direkt an den Bootsbesitzer. Von Kvikkjokk fährt man am besten nach Murjek, wo man direkt wieder Anschluß an den Zug nach Stockholm hat.

Karten

Empfehlenswert sind grundsätzlich die Fjällkartan im Maßstab 1:100.000, die sowohl in Schweden als auch in Deutschland (über den Buchhandel) erhältlich sind. Sie reichen vom Maßstab her eigentlich aus. (Der Padjelanta ist recht gut markiert. Für den Padjelantaleden benötigt man die Karten BD 7 und BD 10. Die Karten waren übrigens am Endpunkt unserer Reise in Kvikkjokk wesentlich biliger, als in Stockholm.

Stockholm

Vorab erst mal die wichtigsten Anlaufpunkte: